Shirin Davids neues Album hat mich nicht abgeholt

Ich geb’s ehrlich zu: Ich hatte Erwartungen. Keine all zu riesigen (wir sprechen noch immer über Shirin Davids *g), aber doch die Hoffnung, dass Schlau aber Blond irgendetwas Neues wagt. Etwas, das überrascht. So wie das letzte Album. Das hat mich begeistert. Stattdessen klingt das neue Album wie ein Algorithmus, der die größten Pop-Hits der letzten 15 Jahre durch den Mixer jagt und mit einer pinken Schleife serviert. Meeeeeh!

Versteht mich nicht falsch. Pop darf leicht sein, eingängig, tanzbar. Aber hier wirkt vieles austauschbar. Die musikalischen Referenzen? Offensichtlich. Die Lyrics? Vorhersehbar. Der „Süßmausi“-Sprech? Schon längst durch. Einzig FSK 16 hebt sich heraus, da blitzt endlich wieder das auf, was Shirin stark machen könnte. Mehr davon hätte dem Album gutgetan.

Was mich nicht loslässt, ist die Frage: Will Shirin David wirklich genau diese Art von Musik machen oder hat sie sich für den sicheren Weg entschieden? Denn künstlerisches Risiko sucht man hier vergeblich. Alles wirkt glattpoliert, aber nicht mutig.

Und ja, die PULS Musikanalyse hat’s auf den Punkt gebracht: Wer tiefer in die Schwächen des Albums eintauchen will, sollte sich das Video unbedingt anschauen.

Am Ende bleibt ein solides, aber wenig aufregendes Pop-Album. Perfekt für Instagram-Stories oder den Weg zur Party. Aber nicht für die Ewigkeit.